Brennende Elektroautos

Videos von brennenden Elektroautos verbreiten sich schneller als jedes Lauffeuer. Dabei sind Elektroautos sogar sicherer – jedenfalls nach momentaner Datenlage.

Brennende Elektroautos

Man glaubt es kaum: In den 1980er Jahren brannten laut einer Statistik der National Fire Protection Association (NFPA) in den USA über 400.000 Personenwagen jährlich lichterloh. Seit ungefähr 2010 ist das deutlich besser geworden. Es werden nur mehr rund 180.000 Vehikel jährlich ein Raub der Flammen. Ob Zufall oder nicht, seit damals gibt es auch Elektroautos in nennenswerter Zahl, und die sind trotz aller dramatischer Youtube-Videos von brennenden Teslas relativ sicher. Bis heute fingen in den USA erst sechs Tesla Modell S Feuer, außerdem zwei Chevrolet Volt, zwei Mitsubishi, ein Zotye und ein BYD, die zwei letzteren stammen aus China. Nur bei Fisker müsst man wohl echte Bedenken haben, denn von diesem nur in geringer Stückzahl produzierten Exoten (bei weitem keine 2000 Stück) endeten alleine schon zwei Stück in der Feuersbrunst.

Zwei Brände auf eine Milliarde Kilometer

Statistisch lassen sich diese Vorkommnisse noch weiter relativieren, wie dies Martin Winter vom Forschungszentrum Jülich, Helmholtz-Institut Münster, beim Wiener Motorensymposium vorgerechnet hat: Beim klassischen Verbrennungsmotor gelten 90 Fahrzeugbrände pro einer Milliarde gefahrener Kilometer als normal. Rechnet man sechs abgebrannte Teslas auf ihre 3 Milliarden zurückgelegten Kilometer um, kommt man auf nur zwei Brände pro einer Milliarde Kilometer.

Gute Ausgangslage, aber nix ist fix

Die Ausgangslage für eine Diskussion über das Brandrisiko von Elektrofahrzeugen ist also denkbar günstig für Elektroautos, trotzdem warnt er vor allzu früher Euphorie: „Auf Grund der geringen Verbreitung von vollelektrischen Fahrzeugen und der noch schwachen Datenlage lässt sich aus dem Vergleich nicht unbedingt schlussfolgern, dass batterieelektrische Fahrzeuge sicherer sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, jedoch schon die Aussage treffen, dass die Fahrzeug ein vergleichbares Sicherheitsniveau aufweisen.“

Brand oft, Explosion selten

Also: Brennende Autos kann man also relativ häufig sehen, explodierende kommen hingegen nur selten vor. Unter den Hunderttausenden brennenden Autos kommt es nur ganz selten zu einer Explosion und dann auch meistens nur, wenn ein Auto von vornherein mit einem Sprengsatz in Brand gesetzt wurde. Schlimm ist das dann, wenn aus Angst vor einer Explosion eingeklemmte Personen nicht befreit werden. Kein Wunder, dass das öfter der Fall ist, denn in Filmen explodieren praktisch alle Autos.

Wien, 10.5.2017/R.S.

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