Erster Test: Nissan Leaf

Schweizermesser der Elektromobilität

Nissan bringt nach sieben Jahren nun bereits die zweite Generation des elektrischen Leaf. Erste Fahreindrücke zeigten, dass man es nun verdammt ernst meint, uns von der elektrischen Idee zu begeistern.

Schweizermesser der Elektromobilität

Der Nissan Leaf war 2011 das erste ernstzunehmende Elektroauto auf dem österreichischen Markt und kommt jetzt schon in zweiter Generation. Der erste Leaf zeigte mit deftigen Design-Akzenten noch sehr deutlich: Schaut her, da kommt ein Elektroauto! Das Heck ging als futuristisch durch, die Front wollte man dann doch eher als glubschäugig bezeichnen, originell war das auf jeden Fall. Mittlerweile ist klar, wer möglichst viel Publikum für sich begeistern will, tut sich mit weniger Mut leichter. Und so symbolisiert der neue Leaf die klare Entscheidung, ran an die Massen mit dem Elektroauto.

Unspektakuläre Linienführung. Jetzt muss er nicht mehr betonen, dass er ein Elektroauto ist. Foto: laggers.at

Kompaktwagen XL

Der Motor ist mit 110 kW stärker, die Batterien sind nicht größer geworden, enthalten aber deutlich mehr Energie als im ursprünglichen Leaf, nämlich nunmehr 40 kWh gegenüber 30 kWh bzw. 24 kWh im ersten Modell. In seinem Grundcharakter ist er mit 4,5 Meter Länge, fließendem Heck und fünf Türen ein Kompaktwagen XL, also eine Art Schweizermesser der Mobilität. Wie geschickt die Batterien im Fahrzeug verstaut sind, erkennt man dort, wo sie nicht sind, nämlich im Kofferraum. 435 Liter Fassungsvermögen und dann noch volle Flexibilität zum Umklappen. Damit schlägt er zumindest alle herkömmlichen Kompaktwagen und viele SUVs, die voluminöser daherkommen.

Fließende Linien mit Schwerpunkt auf voluminösen Innenraum. Der Vorgänger gab sich weniger geläufig. Foto: laggers.at

Leiser, sicherer, angebunden

Die automobilen Kompetenzen wurden nicht nur in Sachen Ladevolumen, sondern in alle Richtungen ausgeweitet: Leiser Lauf in jeder Hinsicht, Wenig Roll-, noch weniger Wind- und naturgemäß kaum Motorgeräusche, komfortables Fahrwerk, präzise Lenkung. Außerdem: Bedienung, elektronische Sicherheitseinrichtungen und Connectivity spiegeln die aktuellen Erfordernisse der nächsten Jahr wieder, erhältlich ist alles, was von einem modernen Auto verlangt wird, nicht nur laut Preisliste sondern auch auf einem sinnvollen Funktionsniveau, wie etwa der Abstands- und Fahrspurassistent (proPilot), der das Auto vergleichsweise sauber in der Spur hält und nicht nur warnt wenn der Fahrer das Lenkrad länger nicht betätigt, sondern den Wagen bei Totalversagen des Lenkers automatisch behutsam bis zum Stillstand bringt.

Unspektakulär, dafür aber leicht zu bedienen: Der Innenraum des neuen elektrischen Nissan Leaf. Foto: Nissan

Bremsen nur mehr selten

Auch die Möglichkeiten der elektronischen Steuerung des Antriebs werden immer weiter ausgefeilt. Da tauchen wir nun in eine neue Welt ein, die auf dem Verbrenner-Niveau kaum oder gar nicht möglich ist. So gehört das e-Pedal sogar zur Serienausstattung. Hier handelt es sich nicht nur um das Gapedal, sondern um eines, das auch bremst, also rekuperiert, wenn man den Fuß vom Pedal nimmt. Das ist eine sehr angenehme Einrichtung auf kurvenreichen Strecken und im dichten Verkehrsgewühl. Man steuert das Auto überwiegend über das Gaspedal, außer auf ausgesprochenen Gleitstrecken, das Bremspedal kommt nur mehr in Ausnahmefällen zum Einsatz. Diverse Rekuperationsmodi gibt es auch bei anderen Elektroautos, das e-Pedal hier im Leaf ist in seiner Funktion jedenfalls überzeugend ausgefeilt. Entsprechend den 40 kWh großen Batterien darf man in der Praxis mit einer Reichweite an die 300 km rechnen, wie bei allen Elektroautos stark abhängig von vielen äußeren Einflüssen, nicht zuletzt von der Außentemperatur.

Rudolf Skarics

 

Technische Daten finden Sie im Elektroauto-Katalog

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