Magna Konzeptfahrzeug e1

Elektroantrieb: Wer Allrad kann, kann alles

Umfassende Elektroauto-Kompetenz demonstriert man am besten mit einem Auto, das in der konkreten Form und Ausstattung ohnehin niemand wirklich braucht.

Elektroantrieb: Wer Allrad kann, kann alles

Die Getriebekompetenz von Magna geht ja auf die 1999 übernommene Steyr-Daimler-Puch AG zurück, wo man sich mit Allradantrieb einen Namen gemacht hatte und neben Jeep und Land Rover wohl den erfolgreichsten Geländewagen aller Zeiten, den Puch G beziehungsweise Mercedes G, konstruierte und Jahrzehntelang baute und noch immer baut. Mittlerweile, nach bald 40 Jahren, läuft dieser ebendort in Graz ausschließlich als Mercedes G vom Band, und es kommt in Kürze sogar ein Nachfolger, der auf der Detroit Auto Show Ende Jänner 2018 präsentiert wird.

Drei Elektromotoren

Das Thema Allradantrieb lässt sich aber auch wunderbar auf den Bereich Elektromobilität übertragen, selbst wenn die Lösungsansätze dort im Detail anders aussehen. Ganz ohne Getriebe kommt man weiterhin nicht aus, und die Abstimmung der Antriebselemente mittels „Torque Vectoring“, also die proaktive Aufteilung der Kraft auf die Räder, stellt eine eigene Herausforderung dar. Immer mehr Elektronik, immer weniger Mechanik ist auch hier ein Trend.

Elektroantriebsmodul von Magna, bestehend aus Elektromotor und einstufigem Getriebe. Größe und Gewicht eines Elektromotors steigen mit dem Drehmoment. Durch das Reduktionsgetriebe kann der Motor bei gleicher Maximalleistung kompakter gehalten werden, da er diese aus höherer Drehzahl schöpfen kann. Foto: laggers.at

Bekanntes Demo-Fahrzeug Tesla Model S

Während auf dem Autosalon in Detroit der Jaguar i-Pace zu bewundern sein wird, ebenfalls bei Magna gebaut und mit Magna entwickelt, präsentiert Magna auf der CES 2018 (Consumer Electronics Show Las Vegas) sein ureigenes Konzept vom Elektroauto mit Allradantrieb mittels mehrerer Motoren, genannt „etelligentDrive“. Das Konzeptfahrzeug namens e1 ist auf das Chassis eines Tesla aufgebaut Das System besteht aus drei hochgradig integrierten Elektroantrieben, ein Modul an der Vorderachse, zwei an der Hinterachse. Jeder Modul besteht aus einem Elektromotor mit 140 Kilowatt (macht zusammen 420 kW), kombiniert mit einem einstufigen Reduktionsgetriebe und einem Wechselrichter, kombiniert zu einer kompakten Einheit.

Magnas konkreter Beitrag zur Elektromobilität: Elektromotor mit Reduktionsgetriebe, Differenzial und Wechselrichter. Foto: Magna

Die hohe Kunst der Kurve

Die hohe Kunst ist es nun, diese drei Antriebskomponenten so miteinander elektronisch zu verknüpfen, dass daraus erstklassige Fahreigenschaften erwachsen. Mit Erfüllung dieser Aufgabenstellung demonstriert man anhand dieses Konzeptfahrzeugs e1 umfassende Kompetenz in Sachen Elektroantrieb. Wir das beherrscht, empfiehlt sich wohl wärmstens als Lieferant von Schlüsselkomponenten im Fahrzeugbau, was auch den Aufritt auf der Consumer Electronic Show erklärt, denn genau dort tummeln sich die Leute mit großen Ideen, großen Budgets für große Mobilitätslösungen für die Zukunft, aber kaum Erfahrung und Kompetenz in der Sache an sich.

Rudolf Skarics

 

Filmtipp: Magna Konzeptfahrzeug e1

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