Test Hyundai Ioniq Plug-in

Hyundai Ioniq Plug-in: In der Mitte liegt die Kraft

Wer sich noch nicht ganz in die Welt des Elektrischen wagt, bekommt hier ein Auto mit benzingetriebener Rückfallebene.

Hyundai Ioniq Plug-in: In der Mitte liegt die Kraft


Vorab zur Orientierung: Hyundai hat mit dem Ioniq vor drei Jahren eines der ersten vollelektrischen, relativ erschwinglichen und zugleich familientauglichen Alltagsautos auf den Markt gebracht. In der Folge erschien auch eine Hybrid- und eine Plug-in-Hybrid-Version. Wir sehen also Hyundai ist Peugeot-Citroen-Opel mit seinem Konzept der Mischplattform vorausgeeilt. Dies ist nun schon die zweite Auflage des antriebstechnischen Dreigestirns.

Hyundai Ioniq Plug-in: In der Mitte liegt die Kraft
Leichter Anhänger bis 750 kg ist erlaubt, aber nur gebremst! Foto:© laggers.at

Mittelweg Plug-in-Hybrid

Inzwischen hat sich auch bei uns schon einiges an Erfahrung in Sachen Plug-in-Hybrid angesammelt. Es gibt ja die unterschiedlichsten Erscheinungsformen in der weiten Spanne zwischen Focus auf Sparsamkeit und Focus auf Fahrvergnügen. Der Hyundai geht den vernunftbetonten Mittelweg. Was schon beim Fahren zu spüren ist: Der Plug-in-Hybrid baut auf die Hybridvariante auf, unterscheidet sich also im Wesentlichen nur durch die deutlich größere Batterie, die man aus dem Stromnetz laden kann, wodurch auch rein elektrisches Fahren möglich ist.

Hyundai Ioniq Plug-in: In der Mitte liegt die Kraft
Benutzungsfreundliche Armaturen. Die Heizung bedient sich immer des Benzinantriebs. Foto:© laggers.at

Mehr Benziner als E-Auto

Im Grunde ist er aber noch immer mehr Benziner als Elektroauto. Bei etwas höherer Leistungsbedarf beim Beschleunigen schaltet sich auch im Elektromodus der Verbrennungsmotor dazu. Oder wenn die Heizung stärker gefordert ist, dann bedient der Verbrenner aber nur den Wärmehaushalt des Wagens , der Antrieb bleibt auch bei laufendem Motor elektrisch. Das ermöglicht immerhin auch bei tiefen Außentemperaturen eine rein elektrische Reichweite von mehr als 45 Kilometer, womit er von der Normangabe (52 km) nicht sehr weit entfernt ist. Und im Elektromodus gleitet er natürlich sehr fein dahin. Da hört man nicht mehr viel außer die Winterreifen surren.

Hyundai Ioniq Plug-in: In der Mitte liegt die Kraft
Saubere Verarbeitung im Innenraum, und doch merkt man, dass zugunsten der Technik und des Leichbaus ein bisschen gespart wird. Foto:© laggers.at

Runder Gesamteindruck

Das Gesamtpaket aus Benzinmotor, Doppelkupplungsautomatik und Elektromotor stellt eine wohldosierte Melange aus hoher Laufruhe, ausgeprägter Sparsamkeit, gutem Fahrgefühl und auch ausreichend Temperament dar. Außerdem ist mit „Blue Link“ der volle Funktionsumfang der Ladefernsteuerung via Handy wie bei einem Elektroauto dabei. Wenn man also die Möglichkeit hat, die Batterie regelmäßig zu laden, kann man mit diesem Plug-in-Hybrid schon mal das Elektroautofahren üben und sein wahres Bewegungsprofil im Alltag erforschen. Es kann ja ix passieren, der Benzinmotor ist eh immer als Rückfallebene an Bord.

Rudolf Skarics

Hyundai Ioniq Plug-In Level 6

Preis: ab € 27.990,-
Preis des Testwagens: € 38.490,-.
Antrieb: Plug-In-Vollhybrid, Frontantrieb, Benzinmotor: R4, 1580 ccm, 77,2 kW (105 PS)/5700/min, 147 Nm/4000/min Elektromotor: 44,5 kW (60 PS)/1798-2500/min, 170 Nm Systemleistung 104 kW (141 PS)/5700/min, max. Drehmoment 265Nm/1000-2400/min 6-Gang Doppelkupplungsautomatik
Batterien: Lithium-Ionen-Polymer 8,9 kWh, 360 V
Laden: bis 4,6 kW (Wallbox). 0-100% in ca. 2h 10 min
Dimensionen: L/B/H: 4470/1820/1450 mm, Kofferraum: 341-1401 l
Gewichte: Leer/Zuladung/Anhängelast: 1.495-1.551/419-475/750 (gebremst) kg
Fahrleistungen: 0-100 km/h 10,6 sec, Spitze 178 (elektrisch 120) km/h, Normverbrauch hybrid 1,1 l/100 km CO2: 26 g/km, Normverbrauch elektrisch 11,7 kWh/100 km, Normreichweite elektrisch: 52 km.
Testwerte: Testreichweite rein elektrisch 57 km, Benzinverbrauch ohne Stromzufuhr im Test 5,7 l/100 km.

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