Erster Test: Hyundai Nexo

Schon in zweiter Generation: Hyunda Nexo

Während andere sich noch fragen, ob Wasserstoff als Energieträger sinnvoll sein könnte, präsentiert Hyundai schon die zweite Generation seines Brennstoffzellenfahrzeugs.

Schon in zweiter Generation: Hyunda Nexo

Was die verschiedenen Antriebsformen angeht, ist Hyundai wohl am breitesten aufgestellt von allen Fahrzeugherstellern. Man hat nahezu alle technischen Spielarten derzeit im Programm, klassisch beginnend beim Dieselmotor über Benziner, konventionelle Hybride, Plug-in-Hybride, reinen batterieelektrischen Antrieb und sogar schon länger ein SUV mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb. Bis jetzt basierte die Brennstoffzellenvariante auf dem SUV iX35.  Während viele andere noch darüber nachdenken, inwieweit Wasserstoff ein Zukunftsthema sein könnte, bringt Hyundai nun bereits das zweite Modell in Serie. Diesmal nicht nur basierend auf einem gängigen Verbrenner-Fahrzeug, sondern auf eine eigene Plattform, die künftig weiter ausgebaut werden wird.

Schon in zweiter Generation: Hyunda Nexo
Hübscher flotter SUV, und hinten kommt nur Wasserdampf raus. Foto: Hyundai

Leistungsfähiger und deutlich mehr Reichweite

Von den Proportionen her ist der Nexo sehr ähnlich seinem Vorgänger, die Technik aber wurde weiter ausgefeilt. Der Wagen ist etwas größer und stärker als sein Vorgänger, gleichzeitig hat er aber an Gewicht nicht zugelegt. 163 PS anstatt 136 PS, 395 Nm anstatt 300 Nm Drehmoment, 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h anstatt 12,5 Sekunden. Auch die Reichweite stieg bei fast unverändertem Treibstoffinhalt der Tanks von 594 km auf 750 km (NEFZ). Das heißt, es ist gelungen, den Wirkungsgrad des Antriebs doch deutlich anzuheben. Man spricht jetzt von 60 Prozent. Damit hätte man wohl schon einen erheblichen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz, denn allgemein wird ein mittlerer Wirkungsgrad des Brennstoffzellensystems von 50 Prozent angenommen.

Schon in zweiter Generation: Hyunda Nexo
Solide Verarbeitung, liebevolles Design, guter Überblick, kein Tropenholz. Foto: Hyundai

Die edlen Materialien stecken im Antrieb

Prinzipiell ist das Brennstoffzellenfahrzeug ja ein Elektroauto. Der Strom dafür wird an Bord mit der Brennstoffzelle aus Wasserstoff sozusagen just in time hergestellt. Das Auto besitzt auch eine kleine Pufferbatterie, da die Brennstoffzelle etwas träger arbeitet als der Elektromotor. Deshalb sind einem Brennstoffzellenauto auch eher Grenzen gesetzt, was Superlative in der Leistungsentfaltung angeht. Im Rahmen einer vernünftigen Nutzung eines Automobils spielt das aber keine Rolle. Die Fahreindrücke im Nexo entsprechen einem Elektroauto. Von den Herausforderungen der Ingenieure ist nichts zu spüren, der Wagen gleitet leise sicher und wenn es sein soll auch sehr zügig dahin. Die übrigen Dinge erfüllen hohe Erwartungen. Der Gestaltung des Innenraums merkt man an, dass Gewicht und auch Kosten nicht aus dem Ruder laufen durften, also sehr hübsch aber ohne edle Materialien, denn die stecken ohnehin zu Hauf in der Antriebstechnologie.

Rudolf Skarics

Technische Daten: Hyunda Nexo
Preis: € 78.000,–.
Antrieb Elektromotor und Antrieb vorne. Stromgewinnung durch Brennstoffzelle vorne, Stromspeicherung in Hochleistungs-Akku im Kofferraum, Treibstoffspeicherung in drei Hochdrucktanks im Bereich der Hinterachse.
Leistung Elektromotor 120 kW (163 PS), Drehmoment 395 Nm.
Energiespeicher Wasserstofftanks 6,33 kg bei 700 bar (156,6 l), Lithium-Ionen-Batterie 1,65 kWh.
Dimensionen L/B/H/Kofferraum 4670/1860/1630 mm/ 461-1466 l
Gewichte Leer/Zuladung/Anhängelast/Dachlast 1889-1949/391-451/0/100 kg.
Fahrleistungen 0–100 km/h 9,2 sec, Spitze 179 km/h, NEFZ-Verbrauch 0,77/0,89/0,84 kg/100 km. NEFZ-Reichweite 750 km Reichweite nach WLTP: 633 km.
Ausstattung 10-Zoll-Alufelgen, Einparkhilfe v+h, Vordersitze beheizbar und belüftet, Klimaautomatik, Elektrisches Glas-/Hub-/Schiebedach, Lederausstattung, 12,3-Zoll-Navigationssystem, Rückfahrkamera, Voll-LED-Scheinwerfer, Zahlreiche Assistenzsysteme.

 

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