Ladetechnik bei Continental

Universal-Ladetechnik: Stärken und Schwächen

Der Autozulieferer Continental skizziert seine nächsten Schritte beim Laden von Elektroautos.

Universal-Ladetechnik: Stärken und Schwächen

Für den Autozulieferer Continental verläuft die unmittelbare Zukunft des Ladens in zwei wesentliche Richtungen. Über das bis dato hauptsächlich praktizierte Wechselstromladen bis 11 oder 22 kW hinaus hat man eine Ladetechnik entwickelt, die es ermöglicht, flexibel bis 43 kW Wechselstrom zu laden (das System arbeitet schon länger im Renault Zoe). Nun soll zusätzlich auch Gleichstrom bis 400 und sogar 800 Volt bei ein und demselben Auto umstandslos geladen werden können. Das induktive Laden, also kabellos, sieht man mit 11 Kilowatt von der Leistung her hingegen eher begrenzt, für Leute, die sich die Finger beim Laden nicht schmutzig machen wollen und genug Geld haben, sich die teure Investition in die Garage zu stellen.

Continental erwartet drei Varianten zum Laden: Hochflexibel oder effizent und preisgünstig oder bequem und teuer. Bild: Continental

Ladetechnik im Auto oder in der Säule

Das Ladegerät für das Gleichstromladen, das durchwegs mit hoher Ladeleistung (Standard bis 50 kW, bald bis 150 kW und 350 kW) bei bis zu 800 Volt Spannung erfolgt, ist grundsätzlich in die Ladesäule eingebaut. Die Ladetechnik für den Wechselstrom muss das Auto selbst mitführen. Die Variante von Continental ist in der Lage, die Ladetechnik samt Wechselrichter, mit welcher der Elektromotor rekuperiert, auch zum Laden des Wechselstroms aus dem Netz zu nutzen. Dieses System ist vom Wirkungsgrad her nicht ganz so gut wie bei Verwendung eines eigenen Ladegeräts mit Wechselrichter für den Netzstrom, spart aber Gewicht, Kosten und Bauraum. Continental nennt sein System AllCharge.

Das Auto als Bierkühler

Da künftig der Trend dahin geht, dem Auto bei Bedarf auch Strom zu entnehmen, Stichwort „smarte Netze“, wird es technisch auch ohne großen Aufwand realisierbar sein, Freizeitgeräte direkt an die Ladesteckdose des Elektroautos anzuschließen. Dann kann man sich mit seinem Elektroauto auch bei Picknick und Camping ganz schön wichtig machen, akustisch wie beleuchtungstechnisch, sogar das Kühlen von Getränken sollte bei der Kapazität einer automobilen Traktionsbatterie über Partydistanz möglich sein.

Rudolf Skarics

 

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