Test: Dacia Spring

Dacia Spring: Fühlingsgefühle

Der Aufbruch ins Elektrozeitalter bringt nun auch sehr vernünftige Autos hervor, und ein bisschen Spaß darf auch sein.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle

Der Dacia Spring ist im Wesen ein Kleinwagen, der sich an das Design eines SUVs anlehnt. Damit hat man immerhin das Gefühl, gut gekleidet zu sein. Die Erwartungen an einen Kleinwagen erscheinen rundum gut abgedeckt. Die technische Basis bildet ein Kleinwagen von Renault, der bisher in China, Brasilien und Indien mit Benzinmotor verkauft wurde. Der vollelektrische Dacia Spring wird in China hergestellt.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle
Linien-Führung: Der Kleinwagen, der ein bisschen auf SUV macht. Ist ganz okay. Foto: Skarics

Platz**

Vier Sitze, von denen aber nur die vorderen als vollwertig erwachsenentauglich gelten können. Dort sitzt man aber recht gut und einigermaßen entspannt. Durch die aufrechte Sitzposition ist es auch kein Problem, dass das Lenkrad nicht verstellbar ist. Die Wohlfühlgrenze dürfte aber bei etwa 1,85 Meter Körpergröße liegen. Der Kofferraum ist erstaunlich groß, die Batterie also gut unter den Rücksitzen versteckt. Es hat sogar ein richtiges Reserverad Platz.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle
Nüchtern: Die getestete Business-Ausstattung ist vor allem straßpazfähig und kommt für Flottenbetreiber und Autoverleiher in Frage. Foto: Skarics

Fahren***

Der Spring fährt sich erstaunliche komfortabel mit angenehm weicher Federung. Durch die überschaubare Motorleistung wirkt das Fahrwerk auch nie überfordert. Der Kleinwagen profitiert vom Elektroantrieb, der ihn angenehm dahinschweben lässt. Fahrgeräusche sind ausreichend weggedämmt. Das temperamentvolle Lospreschen, wofür viele Elektroautos bekannt sind, entfällt hier aufgrund der moderaten Kraftentfaltung mit 33 kW (44 PS). Das wirkt aber eher entspannend, außerdem zerrt die Kraft nicht in der Lenkung. Angenehm enger Wendekreis trotz Frontantriebs.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle
Well connected, sobald man das Smartphone mit dem Navi koppelt. Sonst gibts nicht viel an elektronischen Helfern. Foto: Skarics

Qualität**

Das Ambiente ist schlicht, die Kunststoffe sind hart, die Verarbeitung ist akzeptabel. Nichts scheppert. Ziemlich Basic das Ambiente, aber in keiner Hinsicht problematisch.

Innovation*

Einige sicherheitsrelevanten Dinge sind serienmäßig (Geschwindigkeitsbegrenzer, Lichtautomatik, Notbremsassistent), auch die allerwichtigsten Komfortfeatures der Jetztzeit sind zu haben (Klimaanlage, Fensterheber). In guter Ausstattungsvariante gibt es sogar ein Mitteldisplay mit Rückfahrkamera und Smartphone-Spiegelung und Smartphone-App zur Fernbedienung des Ladevorgangs. LED-Scheinwerfer gibt es genauso wenig wie Spurwarnung.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle
Das Ladekabel für Wallbox (und öffentliche Wechselstrom-Ladesäulen) ist serienmäßig. Das Ladegerät fürs öffentliche Schnellladen (30 kW) kostet 600 Euro extra. Foto: Skarics

Alltag***

Großartiger Gefährte für einen überwiegenden Teil der alltäglichen Verrichtungen in der Stadt und genauso wie am Land, solange es ums Überwinden kurzer Distanzen geht im Bermudadreieck zwischen Schule, Supermarkt und daheim. Reisen und Transporte über längere Strecken sind naturgemäß nicht seine Stärke.

Dacia Spring: Fühlingsgefühle

Elektrotechnik**

Die Ladetechnik des Spring für Wechselstrom ist einphasig. Auch wenn das Fahrzeug bis zu 6,6 kW aufnehmen könnte, so darf im österreichischen Stromnetz einphasig nur mit maximal 3,7 kW geladen werden. Jene 11 kW Ladeleistung, die eine Wallbox dreiphasig liefert, kann der Spring also nicht nutzen. Das ist aber nicht so tragisch, weil die relativ kleine Batterie auch so über Nacht voll wird. Man kann sich also die Montage einer 11-kW-Wallbox ersparen, wenn man vom Elektriker einfach eine spezielle Steckdose anbringen lässt, die einphasig mit 14 Ampere abgesichert ist und so 3,2 Kilowatt verlässlich liefert. Laden mit einem (aufpreispflichtigen) Schukostecker-Ladekabel ist auf Dauer nicht zu empfehlen, da dies mitunter aufgrund sehr geringer Ladeleistung auch höhere Ladeverluste aufweist. Gleichstrom-Schnellladen an einer öffentlichen Schnellladesäule ist beim Spring mit 30 kW möglich, wenn man 600 Euro Aufpreis in Kauf nimmt. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel Laden privat: Steckdose und Wallbox.

Garantie

3 Jahre/100.000 km, Batterie 8 Jahre/120.000 km.

e-move-Sterne

* unterdurchschnittlich
** akzeptabel
*** gut
****erfreulich
***** sehr gutdacia.at

Technische Daten siehe Katalogteil

You May Also Like

MG ZS EV: Der elektrische Chinese

MG ZS EV: Der elektrische Chinese

Das erste ernstzunehmende Auto aus China ist auch gleich ein vollelektrisches. Was sagt uns ...

So fährt der neue Kia e-Niro

So fährt der neue Kia e-Niro

Gutes komfortables Fahrverhalten, agiles Vorwärtskommen, überschaubarer Energieverbrauch, erstklassige Reichweite. Fehlt noch was?

Mit dem VW e-Golf auf den Großglockner

Mit dem VW e-Golf auf den Großglockner

Mit einem Elektroauto steil bergauf zu fahren, kann Bange machen, aber auch erhebend sein. ...