Test: Hyundai Kona Electric

Hyundai Kona: Frisch gebügelt

Einer der Pioniere unter den Elektroautos kommt bereits in der zweiten Auflage

Hyundai Kona: Frisch gebügelt

Es gibt den Hyundai Kona bereits seit mehr als drei Jahren, und hier folgt nun schon das erste Facelift. Er gehört zu den Kompaktwagen, die sich im Design an SUVs orientieren. Durch die leicht erhöhte Sitzposition entsteht das Gefühl, einen etwas größeren Wagen zu lenken. Der Kona ist auch als Diesel (noch immer), als Benziner, als 48-Volt-Hybrid und als Hybrid erhältlich, mit Vorderradantrieb oder Allradantrieb. In der elektrischen Version wie hier gibt es ihn nur mit Fronatantrieb.

Hyundai Kona: Frisch gebügelt
Innenraum relativ klassisch und klar gegliedert. An der Mittelkonsole ist mit Fahrtrichtungsvorwahl per Knopfdruck ein wenig Elektroauto-Zukunft eingetroffen. © Skarics

Platz**

Die aufrechte Sitzposition ergibt gemeinsam mit der luftigen Gestaltung des Innenraums ein sehr gutes Raumgefühl. Bei 1,8 Meter Breite und weniger als 4,20 Meter Länge sind natürlich keine Wunder möglich. Dazu kommt, dass die Batterien ungleichmäßig unter dem Fahrzeugboden und unter der Rücksitzbank verteilt sind, was eine etwas angewinkelte Beinposition für die Hintensitzenden zur Folge, für Erwachsene nicht unbedingt angenehm auf längeren Strecken. Der Kofferraum ist dann mit 332 Liter erwartungsgemäß eher gering.

Fahren***

Der Kona rollt sehr leise ab und zeigt geringe Windgeräusche. Durch die kräftige Motorisierung mit fast vierhundert Newtonmeter Drehmoment ist das Temperament geradezu sportwagenhaft. Das heißt, man kann das enorme Sprintvermögen als eigenes Erlebnis verbuchen. Das relativ komfortable Fahrwerk kommt dabei aber an seine Grenzen. Bei raschem Beschleunigen sollte man das Lenkrad aufmerksam festhalten. Eine etwas ausgefeiltere Antriebsschlupfregelung könnte nicht schaden. Es gibt drei Fahrmodi, Öko. Comfort oder Sport. Die Stärke der Rekuperationswirkung kann man mit Lenkradpaddels verstellen.

Hyundai Kona: Frisch gebügelt
Schmuckes SUV-Auftreten bei nur 4,20 Meter Länge. © Skarics

Qualität****

Aus Kostengründen werden keine edlen Materialien verwendet, aber die Gestaltung des Vorhandenen ist ruhig und freundlich. Schon deshalb entsteht ein qualitativ ansprechender Eindruck. Dass die hinteren Türen ein bisschen hohl klingen beim Schließen, wollen wir als klugen Beitrag zur Gewichtseinsparung sehen. So viele Leute sitzen so oft ohnehin nicht hinten.

Innovation***

Prinzipiell ist der Kona ein sehr fortschrittliches Auto, zumal er ja zu den ersten serienmäßigen Elektroautos auf unseren Straßen gehörte. Schon das Basismodell enthält Elektronik-Features wie den Spurhalteassistent und die Smartphone-Koppelung für Android und Apple. Ab Ausstattungslevel Trendline sind LED-Scheinwerfer serienmäßig. Ein Technik-Paket, das ab Ausstattungsniveau Trendline geordert werden kann, enthält unter anderem einen adaptiven Tempomaten und einen Querverkehr-Assistenten hinten. Beim Top-Modell Prestige ist das serienmäßig, genauso wie ein Headup-Display.

Hyundai Kona: Frisch gebügelt
Niemand kann zaubern, auch Hyundai nicht: Kofferraum auf Kleinwagen-Niveau. © Skarics

Alltag****

Solange man nicht ein wirklich großes Auto benötigt, ist der Kona universell einsetzbar. Die Lederausstattung im Top-Modell unterscheidet sich nicht wesentlich von Kunstleder so mancher Konkurrenz, erscheint auf jeden Fall aber pflegeleicht. Ein Zugeständnis an die aktive Freizeitgesellschaft ist wohl die Anhängkupplung mit einem Zugvermögen von maximal 300 kg. Da geht es wohl vorwiegend um E-Bike-Träger, aber ein 125er-Roller samt Anhänger geht sich auch knapp aus.

Hyundai Kona: Frisch gebügelt
Hinten sitzt man passabel, allerdings mit relativ stark angewinkelten Knien.

Elektrotechnik***

Gab es früher viele Klagen über die einphasige Ladetechnik des Kona und damit die Beschränkung auf 3,6 kW Ladeleistung in Österreich. Jetzt gilt generell dreiphasig und damit 11 kW. So ist die Batterie in jedem Fall über Nacht vollgeladen (7 Stunden). Gleichstromladen ist bis 70 kW möglich, das heißt nach einer Dreiviertelstunde ist die 64-kWh-Batterie unseres Testwagens wieder zu 80 Prozent voll. Bei der kleineren mit 39 kWh dauert es eine halbe Stunde.

Garantie

5 Jahre/Kilometer unbegrenzt, Batterie 8 Jahre/160.000 km.

Aktuelle Preise und technische Daten siehe Katalog

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