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Machen wir uns nichts vor

Pragmatismus ohne Fanatismus, viel Liebe aber ohne zu erblinden.

Elektromobilität ist ein riesiges Geschäftsmodell. Gut so. Denn sonst könnte die ganze Idee ja gar nicht funktionieren. Ein tragendes Element ist aber auch die Stimmung in der Bevölkerung. Ohne Emotionen geht gar nichts. Fast 150 Jahre lang wurde die Idee vom Automobil mit Gefühlen befeuert und vorangetrieben. Und so ist es auch mit dem Elektroauto. Die positive Stimmung gehört zu den Grundvoraussetzungen, dass ein Wandel vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb überhaupt stattfinden kann. Gut unterfüttert ist das Vorhaben mit redlichen Argumenten zur Verringerung schädlicher Umweltwirkungen, vom Lärm über die Abgase bis zur Klimawirksamkeit. Aber nichts ist fix. Vieles muss noch diskutiert, korrigiert und weiterentwickelt werden. Möglichst wenig darf falsch gemacht werden. Unendlich viele Fragen sind noch offen, bevor man den großen Schritt als gelungen wird bezeichnen können. Und wahrscheinlich wird auch da und dort noch ein Irrweg dabei sein, für den man die Kraft braucht, wieder zurückzurudern.

Besonders hinderlich auf diesem Weg sind Fanatiker. Sie verstehen es, auf der positiven Stimmung zu surfen und meinen dabei, die Oberhoheit über die gute Sache zu besitzen und stürzen sich wie Drachen über jeden, der auch nur leise Verbesserungspotenzial kundtut. Sie sind nicht der Kopf der Idee, sondern ihr Kropf. Blanker Fanatismus jenseits aufrichtiger Begeisterung hat noch jeder Idee geschadet.

Elektromobilität im Allgemeinen und das Elektroauto im Besonderen sind viel zu komplexe Themenkreise, als dass man sie mit simplen Rezepten beschreiben könnte. Meine grundsätzliche Stimmung ja zur Elektromobilität ist wohlüberlegt und gut zu argumentieren. Allerdings muss man die Umstellung auch richtig machen, und darüber wird die Diskussion nicht so schnell enden.

Ihr Rudolf Skarics

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