Test: Mitsubishi Outlander Plug in Hybrid

Mitsubishi Outlander, Pionier in dritter Generation

Während das Thema Plug-in-Hybride bei anderen Autoherstellern erst in die Gänge kommt, verkauft Mitsubishi nun bereits die dritte Generation. Das Konzept wurde anfangs nicht ernst genommen, entpuppt sich aber immer mehr als wegweisend.

Mitsubishi Outlander, Pionier in dritter Generation

Dies ist die dritte Generation des Mitsubishi Outlander mit Plug-in-Hybrid-Antrieb seit 2013, und wer weiß, dass es bei einem guten Hybridauto vor allem auf Erfahrung bei der Feinabstimmung der Antriebskomponenten ankommt, kann sich vorstellen, dass Mitsubishi hier schon weiter ist als viele, die jetzt gerade erst beginnen, ihre Autos zu elektrifizieren. Die grundsätzliche Architektur ist gleich geblieben, die jeweiligen Komponenten wurden aber stark überarbeitet, allen voran der Benzinmotor, der nunmehr 2,4 Liter Hubraum gegenüber nur zwei Liter im Vorgänger hat. Er arbeitet nach dem so genannten Atkinson-Zyklus, das ist das gleiche Verfahren wie bei Toyota, also mit speziellen Ventilsteuerzeiten im Teillastbereich, um möglichst wenig Energie durch das Abgas zu verlieren.

Mitsubishi Outlander, Pionier in dritter Generation
Mitubishi Outlander PHEV: Ein sehr geräumiger SUV, eigentlich eher ein Van im SUV-Look. Foto ©laggers.at

Drei Elektromaschinen an Bord

Der Outlander hat drei Elektromaschinen an Bord. Von den vorderen beiden dient eine als Generator und eine als Unterstützung für den Verbrennungsmotor, jene an der Hinterachse adelt den verbrennungstechnischen Fronttriebler zum Allradler. Das elektronische S-AWC-Kontrollsystem sorgt für gedeihliche Zusammenarbeit der Antriebskomponenten. Der Verbrennungsmotor hat also zwanzig Prozent mehr Hubraum und bringt mit 99 kW (135 PS) um 11 Prozent mehr Leistung. Auch die Maximalleistung des hinteren Motors und des Generators wurde um jeweils zehn Prozent angehoben. Die um 15 Prozent größere Antriebsbatterie mit nunmehr 13,8 kWh Energieinhalt bringt eine rein elektrische Normreichweite nach WLTP+RDE von 45 km, die wir auch tatsächlich ohne besondere Maßnahmen im Alltag schafften. Interessant ist, dass es auch eine Möglichkeit zum Schnellladen an öffentlichen 50-kW-Chademo-Ladestationen gibt. Bei Plug-in-Hybriden ist ja normalerweise nur langsames Laden möglich.

Mitsubishi Outlander, Pionier in dritter Generation
Klassischer Innenraum ohne futuristisches Getue, und wie immer putzt niemand die Bröseln weg im Fußraum. Foto: ©laggers.at

Die geflissentliche Überarbeitung der Leistungsfähigkeit der einzelnen Aggregate sollte vor allem das Ziel haben, den Outlander geschmeidiger in seiner Kraftentfaltung und gleichzeitig signifikant umweltfreundlicher zu machen. Den Fortschritt an der Oberfläche kann man unter den Begriffen Modellpflege oder Facelift subsummieren.

Anders – aber möglicherweise wegweisend

Mitsubishi Outlander, Pionier in dritter Generation
Wer weiß, was PHEV heißt, weiß auch, was darunter steckt: Plug in Hybrid Electric Vehile. Foto: ©laggers.at

Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu anderen Hybridkonzepten ist, dass der Outlander ohne Getriebe auskommt, um die Übersetzung zwischen Motor und Antriebsrädern zu variieren. Das heißt, der Verbrenner des Outlander treibt nur bei höheren und annähernd konstanten Geschwindigkeiten die Räder direkt mechanisch an. Man fährt also einen sehr hohen Anteil elektrisch, und der Motor läuft wie bei einem seriellen Hybrid derweil sehr oft als Stromaggregat. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet auch der Honda CRV Hybrid, der allerdings kein Plug-in ist, also nicht an der Steckdose geladen wird.

Rudolf Skarics

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