Der Ioniq ist das erste Modell, das es in allen Motorvarianten außer Diesel gibt, sagt uns schon die Werbung. Nach dem rein elektrischen und dem normalen Hybrid hier nun der Plug-In-Hybrid. Naturgemäß handelt es sich in seiner Grundstruktur um das gleiche Auto wie beim Hybrid. Der Unterschied bezieht sich hauptsächlich auf die Größe der Batterien und damit auf die rein elektrische Reichweite. Einziges körperliches Manko des Plug-In-Hybrid gegenüber dem normalen Hybrid: ein bisschen flacher der Kofferraum, nämlich rund 100 Liter weniger. Das Gewicht der größeren Batterien wirkt sich im Fahrgefühl nicht nennenswert aus, die elektrische Reichweite von zumindest 45 Kilometer wirkt aber ganz entscheidend auf das Lebensgefühl zurück.
Vorausgesetzt du hast eine Lademöglichkeit zu Hause, wirst du schnell zum Teilzeit-Elektroauto-Fahrer, das heißt, die ganze Woche über springt der Benzinmotor kaum einmal an, an Wochenenden bis du hingegen sicher, dass du nirgends liegen bleiben wirst und kannst es in voller Freiheit auch ganz spontan ohne umständliche Elektrotankstellenplanung angehen.

Aber genauso gut beherrscht der Ioniq die Rolle des Benziners. In gewohnter Manier schnürst du über die Autobahn und sparst den Strom für die letzten Kilometer vor dem Ziel auf. Das ausgeklügelte Energiemanagement über beide Antriebsformen bringt gegen alle Unkenrufe auch auf der Autobahn eine spürbare Ersparnis. Schwungnutzung und Rekuperieren spielen auch dort keine unbedeutende Rolle, etwa wenn man über den Semmering fährt, aber auch fast im ganzen Rest Österreichs, wo es immer nur bergauf oder bergab geht.

Das Ergebnis lässt sich handfest an der Tankstelle ablesen. Mit leeren Batterien, ohne zusätzliche Stromzufuhr, also zurückgeworfen auf die reinen Hybridfunktionen, benötigten wir nicht mehr als fünfeinhalb Liter Benzin auf 100 Kilometer am österreichischen Autobahnlimit entlang.

Was eher erst auf den zweiten Blick auffällt. Dass Elektroautos oft nicht für Anhängerbetrieb vorgesehen sind, ist mittlerweile bekannt, dass Hybridautos oft sehr geringe Anhängelast aufweisen auch, Hyundai hat sich des Themas beim Ioniq gleich ganz entledigt. Alle drei Varianten weisen null Anhängelast auf. Eine Anhängekupplung gibt’s trotzdem – aber nur zur Montage eines Fahrradträgers.
Text: Rudolf Skarics
Fotos: Hyundai